… für mich DIE Losungen der Woche. Denn beiden bin ich in den letzten Tagen mehr oder weniger begegnet… und beide habe ich irgendwie in mein Herz geschlossen.

Die Erfahrung, dass mein Gesicht nach dem Anglesea Wochenende einen deutlichen Rotstich aufwies und dass schon 15 min in der Sonne ausreichten, meinen Armen einen ähnlichen Farbton zu verleihen, bekehrte mich dazu, von nun an vorzubeugen und Sonnencreme zu benutzen. Jahaaa auch ICH bin zur Einsicht fähig! :) Auf Nachfrage wurde mir auch prompt ein Exemplar des familieneigenen Sonnenschutzsortimentes zur Verfügung gestellt und nun besitze ich einen kleinen 1Liter- Kanister mit LSF 30+, so wie ICH glaube, das niedrigste was es hier gibt. Spricht für sich, finde ich. Für den Fall, dass sich der Rotstich doch nochmals durchsetzen sollte, habe ich dem Vorsorgeprodukt gleich präventiv ein Nachsorgeprodukt an die Seite gestellt und harre nun der heißen Tage… und sie KOMMEN!
Und genau das stiftet in mir reichlich Verwirrung.
Ans links fahren konnte ich mich mittlerweile doch ganz gut gewöhnen und auch "How Are you" als Begrüßung bewegt mich nicht mehr unbedingt dazu, dem Gegenüber mitzuteilen, wie's mir geht aber "November" und die Temperatur "30°C" passen einfach nicht zusammen: Da kann man machen, was man will! Ich ertappe mich immer wieder dabei, bei Einladungen oder Terminen, die irgendwann im November anliegen, zu denken: "Aaaaach… das ist ja erst im November. Das ist ja noch weit hin! Wir haben ja erst Juli." Um dann irgendwann mal festzustellen, dass dem eben nicht so ist und auch hier der November bereits begonnen hat. Ungeachtet der Sommertemperaturen. Verrückt!

Mit den wärmeren Tagen kommen nun auch die lauen Nächte und die lassen sich in der City unheimlich gut füllen. Melbourne ist bei Nacht meiner Meinung nach noch viel schöner als am Tag und feiern können seine Einwohner offensichtlich auch ganz gut. Mag wohl nicht zuletzt daran liegen, dass sich hier so viel internationales Publikum durch all die Pubs, Clubs und Cafés treiben lässt und dabei viel gute Laune versprüht. Nach Deutschen muss man dabei gar nicht lange suchen (…nach Sachsen hingegen schon! Ich habe noch keinen getroffen…. geschweige denn jemanden aus dem Gebirge! Tja… wie sagt mein weiser Vater immer… Niveau macht einsam *g*) und da allen klar ist, dass unsere Zeit hier begrenzt ist, kommt man sehr schnell ins Gespräch und lernt schnell neue Leute kennen. Vielleicht geht man mit manchen nur ein ganz kleines Stück des Weges aber auch wenn es nur ein paar Schritte sind:
Man geht sie nicht allein und sieht ein kleines Stück einer anderen Welt.

In meinem Fall muss ich dann wohl noch ergänzen: "Und verläuft sich nicht rettungslos." Denn jetzt, wo ich ohne Lisa (ihr erinnert euch, die kleine Schwarze an der Windschutzscheibe?) zum Park, Schwimmbad und in die Stadt finde, tendiere ich dazu mich zu überschätzen. Ich steige aus dem Auto und denke, die Welt liegt mir zu Füßen… um dann zwei Straßen weiter festzustellen, dass dem keinesfalls so ist und ich ohne Stadtplan mein Auto wohl nieeeemals wieder sehen werde.

So passiert am Donnerstagabend. Nach der rational kaum nachvollziehbaren Entscheidung, ohne Karte mit dem Auto in die Stadt zu fahren -O-Ton Steffi "Aaaach! Wird wohl nicht so schwer sein, nen Parkplatz zu finden"-musste ich bei der Parklpatzsuche natürlich vom ursprünglichen Weg abweichen, indem ich nach Gefühl mal rechts und mal links abgebogen bin (niiiicht gut!), was wiederum dazu führte, dass ich am Ende keinen blassen Schimmer mehr hatte, wo ich eigentlich war. Aber gut, da ich den Parkplatz sicher hatte und mir besagtes Gefühl signalisierte, dass ich nicht sooo weit vom Zentrum entfernt sein könne, bin ich einfach mal in eine Richtung meiner Wahl losgelaufen… und habe den Erstbesten, der meinen Weg kreuzte, um Hilfe angefleht :)
Der musste sogar in die selbe Richtung, wir kamen ins Gespräch und nachdem er sofort rausgefunden hatte, dass ich aus Deutschland komme, erzählte er mir von einem deutschen Freund, den er in Peking kennen gelernt habe. Als er beiläufig erwähnte "He comes from a little town called Schneeberg" war's um mich geschehen. Ich fürchte, mein Begleiter konnte die Euphorie, in die ich mich sofort hineinsteigerte, nicht ganz nachvollziehen, aber egal. Liegt wohl daran, dass die Sachsen hier so rar sind :)
Dank seiner Hilfe fand ich dann auch an besagtem Abend mein Ziel und am Ende auch mein Auto wieder. Ganz ohne Karte. Und bekam die Gelegenheit, diese tollen Bilder zu machen. Melbourne bei Nacht: Einfach schön!
Und am Wochende erlebte ich dann Melbourne im Cup-Fieber: Einfach verrückt!
Ohne auch im Geringsten darauf vorbereitet zu sein…
Ich war mit zwei Mädels am Samstag in der Stadt unterwegs - Bummeln, Parks, Essen, Kaffeetrinken (und jaaaaa… ich denke ich habe eine erste sündhaft-süße Begegnung mit der hochgepriesenen Kaffeekultur gemacht) und der Melbourne Cup war allgegenwärtig:

Offensichtlich sind alle im Fieber und todschick gekleidet.Die Frauen tragen Kleider und dazu Hüte oder anderen Kopfschmuck aus Federn oder Blumen. Ich kam aus dem Staunen kaum heraus und habe es gar geschafft, ein zwei Fotos von all den schönen Menschen zu machen.Keine Chance dem gleich zu ziehen… nicht mal mit dem Schönsten, was ich mit habe!

Ja! Ich gebe es zu: Ich konnte nicht widerstehen: Ich habe mir einen Hut gekauft, in der Hoffnung noch jemanden zu finden, der mit mir am Dienstag zu diesem Pferderennen geht!
Dann werde ich nämlich genau das tun, was all die Mädels hier am Wochenende zelebrierten: Herumstolzieren, die Nase in die Sonne halten und Champagner trinken… *lach* Und dann am Abend die hohen Schuhe ausziehen und in die Nacht tanzen:
Am Besten schon IM Bahnhof. :)
Mit all den verrückten Australiern und allen, die es schaffen, bis Dienstag hier zu sein!






